Internet Publikation für
Allgemeine und Integrative Psychotherapie
IP-GIPT DAS=20.08.2000
Internet-Erstausgabe, letzte Änderung 21.03.08
Impressum:
Diplom-PsychologInnen Irmgard Rathsmann-Sponsel und Dr. phil. Rudolf Sponsel
Stubenlohstr.
20 D-91052 Erlangen * Mail:_sekretariat@sgipt.org_
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Willkommen in unserer Internet-Publikation für
Allgemeine und Integrative Psychotherapie, Abteilung differentielle Psychologie
der Persönlichkeit, und hier speziell zum Thema:
Reihe Typen und Typologien
präsentiert
von Rudolf Sponsel, Erlangen
Vorbemerkung
und Einführung
Volkstümliche
Typen in der deutschen Wehrmachtspsychologie (1941)
Kritisches zur Deutschen Wehrmachtspsychologie
von
Rudolf Sponsel, Erlangen
Grundsätzliches zur Bewertung. In der Allgemeinen und
Integrativen Psychologie trennen wir
streng zwischen der Bewertung wissenschaftlich-praxeologischer Arbeiten
und ideologisch- ethisch-moralischen Aussagen oder Handlungen. Aus der
Fragwürdig- oder Verwerflichkeit einer ideologisch-ethisch- moralischen
Aussage oder Handlung folgt keineswegs ein analoges Urteil
über die wissenschaftlich-praexeologischen
Arbeiten wie umgekehrt aus der Güte einer wissenschaftlichen Arbeit
kein analoges Urteil über die ideologisch- ethisch- moralische Integritäteines
Menschen folgt. Eine solche Grundsatzbemerkung
scheint für die Auseinandersetzung mit der Rolle und Bedeutung der
Arbeiten, Aussagen und Handlungen von Psychologen, Psychoptahologen
und PsychotherapeutInnen im Nationalsozialismus wichtig.
Als mir das Buch "Menschenformen - Volkstümliche Typen", herausgegeben
von der Inspektion des Personalprüfwesens des Heeres 1941, in einem
Antiquariat in die Hände fiel,
war ich sehr neugierig und eigentlich sicher, eine nationalsozialistisch
verbrämte und parteiisch oberflächliche und falsche Persönlichkeitspsychologie
vorzufinden.
Ich war überrascht, erstens überhaupt nichts Nationalsozialistisches
vorzufinden und zweitens über das Niveau der praktischen Charakterologie
und Kasuistik. Am meisten beeindruckt und irritiert
hat mich das Kapitel "Der Fanatiker" von Dr.
Otto Brosius aus Berlin. Wenn ich in einem wehrpsychologischen Buch von
1941 lese ...
"1.
Charakteristisch für den Fanatiker ist eine eigentümliche Enge
des Wertblicks. Mit extremer Einseitigkeit ist sein Denken und Handeln
auf die eine Idee gerichtet, die ihm eben sein Fanum bedeutet. Er ist der
Mensch des rigorosen Entweder-Oder, des Alles oder Nichts. Er kennt keine
Kompromisse und in der Sphäre dessen, was er als das Wertwidrige ansehen
muß, keine Abstufungen. In eigentümlicher Blindheit geht er
an der Fülle der Werte vorbei. Um einer abstrakten Idee willen wird
die Wirklichkeit im Denken vergewaltigt, im Handeln zerstört. 'Begeisterung
für ein Abstraktes, für einen abstrakten Gedanken, der negierend
sich zum Bestehenden verhält', so definiert Hegel den Fanatismus.
Der Idealismus des Fanatikers läßt keine Erweiterung, keine
Erfassung von etwas Neuem, keine Angleichung an eine lebendige Situation
zu, er fährt sich fest in einer 'fixen Idee', die er ernst, düster,
humorlos vertritt. Ein großartig geradliniger Dualismus bestimmt
sein Weltbild: hier Gott, das Gute, dort der Teufel, das Böse, und
der leidenschaftliche, bis zur Entflammung gesteigerten Bejahung des einen
entspricht die ebenso leidenschaftliche bis zum Haß gehende Verneinung
und Verwerfung des anderen, das mit Stumpf und Stiel, mit Feuer und Schwert
ausgerottet werden muß. ... Man kämpft für Gewissensfreiheit
und knechtet zugleich das Gewissen der Andersdenkenden, und oft sind die
weltbeglückenden Träume und Utopien der Fanatiker in dem Strom
von Blut erstickt, das sie selbst vergossen haben." (S. 82 - 83).
|
... dann bin
ich irritiert, weil hier Hitler und seine Schergen ziemlich perfekt beschrieben
werden. Das ganze Kapitel erscheint mir als
eine außerordentlich treffliche Studie der
fanatischen Persönlichkeit.
Die Aufarbeitung des 3. Reiches steht an - auch in der Psychologie.
Hierzu zähle ich aber nicht nur die üblichen Sonntagsreden, sondern
eine differenzierte und echte Auseinandersetzung mit den historischen
Ereignissen auf allen Ebenen. Klar, daß mich als Psychologe und psychologischer
Psychotherapeut die Psychologie und die Persönlichkeitspsychologie
der Heerespsychologen, die im 3. Reich eine besondere Rolle für die
Entwicklung und Anerkennung der Psychologie gespielt haben, besonders interessieren.
Nun haben mich manche Schriften so überrascht, daß ich sie teilweise
einer größeren Internet-Allgemeinheit zur Anregung, Auseinandersetzung
und Diskussion bekannt geben möchte.
Zu:
Übersicht Differentielle Psychologie der Persönlichkeit in
der GIPT
Axiome
und Konstruktionsprinzipien Differentieller Psychologie der Persönlichkeit
in der GIPT
Übersicht
der volkstümlichen Typen in der deutschen Wehrmachtspsychologie
Der
Dünnbrettbohrer Der
Fanatiker Der
"Spießbürger" Literatur
Was
tun gegen den Rechtsradikalismus, Fremdenfeindlichkeit und Ausländerhaß?
Literatur
-
Flik, G. (1998).
Zur Geschichte der Wehrmachtspsychologie 1934-1943. Auf bau der Bundeswehrpsychologie
1951-1966. Untersuchungen des Psychologischen Dienstes der Bundeswehr.
23. Jahrgang. Sonderreihe: Zur Geschichte der Wehrpsychologie. Bd. 1. Hrsg.:
Bundesministerium der Verteidigung - P II 4.
-
Geuter, U. (1988).
Die Professionalisierung der deutschen Psychologie im Nationalsozialismus.
Frankfurt: Suhrkamp.
-
Graumann, C. (1985,
Hg.). Psychologie im Nationalsozialismus. Berlin: Springer
-
Hofstätter,
P. R.; Renthe-Fink von, L.; Gerathewohl, S. & Firtscher, W. (1985).
Deutsche Wehrmachtspsychologie. München: Verlag für Wehrwissenschaften.
-
Inspektion
des Personalprüfwesens des Heeres (1941, Hg.). Menschenformen. Volkstümliche
Typen. Teil III. Band 1 Die Lehre von der praktischen Menschenkenntnis
(Praktische Charakterologie). Berlin: Bernard & Graefe.
Glossar,
Anmerkungen und Fußnoten
GIPT = General and Integrative
Psychotherapy,
internationale Bezeichnung für Allgemeine und Integrative Psychotherapie.
___
Querverweise
Standort: Vorbemerkung
und Einführung.
*
Zur:
Übersicht Differentielle Psychologie der Persönlichkeit in der
GIPT.
Übersicht
der volkstümlichen Typen in der deutschen Wehrmachtspsychologie.
*
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