Internet
Publikation für Allgemeine und Integrative Psychotherapie
IP-GIPT DAS=16.08.2010
Internet-Erstausgabe, letzte Änderung TT.MM.JJ
Impressum:
Diplom-Psychologe Dr. phil. Rudolf Sponsel Stubenlohstr. 20
D-0152 Erlangen
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Anfang
Die irreale Welt in unserem Kopf_Überblick
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Hinweise zu Links und Empfehlungen
Willkommen in unserer Internet Publikation für
Allgemeine und Integrative Psychotherapie, Abteilung Bücher, Literatur
und Links zu den verschiedensten Themen, hier die Buchpräsentation:
Die irreale Welt in unserem Kopf
präsentiert von Rudolf Sponsel, Erlangen
Bibliographie * Verlagsinfo
* Inhaltsverzeichnis * Leseprobe
* Ergebnisse * Bewertung
* Links * Literatur * Querverweise
*
Bibliographie: Kasten, Erich (2008).
Die irreale Welt in unserem Kopf. Halluzinationen, Visionen, Träume.
München: Reinhardt.
284 Seiten. 52 Abb. 1 Tab. ISBN 13 (978-3-497-01982-3) kt. € [D] 24,90
/ € [A] 25,60 / SFr 42,70. [VerlagsInfo]
[IV]
[LP]
Verlagsinfo: "Manchmal spielt uns
unser Gehirn einen Streich: Wir nehmen Dinge wahr, die in der realen Welt
nicht vorhanden sind, z. B. die sprichwörtlichen weißen Mäuse
im Alkoholrausch. Aber nicht nur Drogen lösen Halluzinationen aus,
sondern auch zahlreiche Krankheiten. Schizophrene hören Stimmen, die
ihnen absurde Befehle erteilen. Hirnverletzte sehen geometrische Objekte,
die sich bewegen. Die Grenzen zum „Normalen“ sind fließend: Wo endet
die lebhafte Phantasie, wo beginnt die Trugwahrnehmung? Auch kulturelle
Aspekte spielen eine Rolle: Aus der Einbildung kann schnell eine Vision
werden. Mit zahlreichen Fallbeispielen gewährt uns der Autor Einblick
in die subjektiven Welten skurriler Wahrnehmungen und fremdartiger Erlebnisweisen.
Wissenschaftlich fundiert schildert er, wie Sinnestäuschungen im Gehirn
entstehen und wie man sie behandeln kann. Eine spannende Geschichte über
die irreale Welt, die das Gehirn erschaffen kann!"
Inhaltsverzeichnis [PDF]
Vorwort 7
1 Psychothriller und Horrorfilm: Halluzinationen und Medien
8
2 Das leuchtende Skelett: Halluzinationen aus Sicht der Betroffenen
10
3 Vom eigenen Gehirn betrogen: Neurologische Grundlagen und Klassifikationen
von Trugwahrnehmungen 13
4 Nackt auf der Straße: Psychosen 30
5 Menschen hängen im Kleiderschrank: Andere psychische Störungen
44
6 Virtueller Orgasmus: Körperwahrnehmungshalluzinationen
50
7 Sarahs Freund: Imaginäre Spielkameraden 54
8 Der Literaturpreis: Hilfreiche Halluzinationen 60
9 Der Herr in der Wolkensäule: Visionen Heiliger 67
10 Himmlisch obszöne Bilder: Psychedelische Drogen 73
11 Der Banküberfall: Alkoholismus 99
12 Ein Kabel ins Gehirn: Elektrische Stimulation 103
13 Die gurkenförmige Nase: Imaginäre Bilder 109
14 Die entjungferte Madonna: Der paradoxe Schlaf 117
15 An Fleischerhaken aufgehängt: Extremerfahrungen
139
16 Unterhaltung mit einem Kopflosen: Isolation, Deprivation 143
17 Blinde können sehen: Das Charles-Bonnet- und das Anton-Syndrom
147
18 Flimmernde Zickzackwolken: Krankheiten und Medikamente 155
19 Drei eierköpfige Zwerge: Erkrankungen des Gehirns 166
20 Rückwärts auf der Autobahn: Epilepsie 180
21 Lesen mit geschlossenen Augen: Hirnschäden 187
22 Das Schiff des Caligula: Parapsychologie, Hellsehen, Astralreisen,
Reinkarnation 195
23 Erich Kasten trifft Erich Kasten: Doppelgängerphänomen
und außerkörperliche Erfahrungen 208
24 Ist Sterben eine Halluzination? Todesnähe-Erfahrungen
222
25 Griff nach dem Gewehr: Halluzinationen und Kriminalität
238
26 Mein Becken war ein weißer Brunnen: Therapie 240
Resümee 249
Literatur 252
Sachregister 279
Leseprobe: [Kapitel 16 PDF]
Ergebnisse.
"II. Ursachen von Halluzinationen
Ursache ist immer eine Übererregung von Teilen dieser Areale;
hierzu kommt es auch infolge mangelnder Hemmung durch andere Zentren. In
der Regel hemmt schon der alltägliche Sehprozess ausreichend, so dass
Spontanaktivitäten unterdrückt werden. Auslösend für
irreale Trugbilder können demnach sein:
1) Überfunktion von Transmittersystemen (Dopamin, Serotonin,
Noradrenalin, Acetylcholin, Glutamat) z.B. infolge von Drogen oder hirnorganisch
bedingten Veränderungen der Steuerzentren im Hirnstamm (z. B. Nucleus
ruber, Nucleus raphe, Locus coeruleus).
2) Überfunktion durch epileptogene Prozesse.
3) Mangelnde Hemmung durch Läsion eines der vorderen Abschnitte
der Sehbahn. Hier kommt es als Release-Phänomen zu einer ungehemmt
überschießenden Aktivität der hinteren Anteile des visuellen
Systems, insbesondere von bildspeichernden Gedächtnisarealen.
4) Mangelnde Hemmung durch kortikale Dysfunktion. Bei einem kortikalen
Defekt können Kontrollfunktionen zusammenbrechen. Gedächtnisareale
leiten ihre Inhalte dann unkontrolliert in das Bewusstsein, ohne dass auf
der Basis intellektueller Kriterien noch Realität von Phantasie unterschieden
werden kann. Dies kann durch Demenzen, frontale Hirnschäden oder Drogen
geschehen.
Betroffene Patienten halluzinieren nicht ständig. Oft gibt
es für visuelle Halluzinationen keine „einzige" Ursache. Im Sinne
des Multikausalitätsprinzips addieren sich mehrere Faktoren, abhängig
davon treten die Trugbilder nur in bestimmten Situationen auf (z.B. Stress,
Angst, Reizdeprivation, Müdigkeit, Dunkelheit). Eine Persönlichkeitsvariable
ist eine hohe Kreativität. Maler „sehen" das Bild, das sie anfertigen
wollen, schon vor dem ersten Strich vor ihrem inneren Auge. Ohne dieses
Phantasievermögen gäbe es weder Kunstwerke, noch Maschinen oder
Gebäude (Keeler 1970). Alles, was Menschen erfunden haben, war in
ihrem Gehirn schon fertig, lange bevor sie es zusammengebaut oder zu Papier
gebracht haben. Halluzinationen entstehen letztlich auf einer ungezügelten
Phantasie (fantasy proneness). Einige Betroffene haben es geschafft, nicht
unter ihren Halluzinationen zu leiden, sondern etwas Besonderes darin zu
sehen, d.h. eine spezielle Funktion, über die andere nicht verfügen.
Oft sind es gerade die phantasiereichsten und schöpferischsten Menschen,
die solche irrealen Wahrnehmungen haben.
Was jeder von uns
aus der Existenz von Halluzinationen lernen kann, ist, dass es nicht eine
einzige echte Realität gibt. Unser Gehirn entwickelt den Eindruck
des Hier und Jetzt in jeder Sekunde aufs Neue. Insbesondere Erfahrungen,
wie sie durch psychotische Erkrankungen oder durch psychedelische Drogen
entstehen, zeigen, wie brüchig dieses innere Bild der äußeren
Wirklichkeit sein kann. Jede Veränderung des Bewusstseinszustandes
kann zu einer Verformung dessen führen, was wir als Realität
wahrnehmen." (S. 251)
Bewertung:
Ein sehr informatives, vielseitiges, mit Beispielen unterlegtes und interessantes
Buch zum weiten Feld der irrealen Welt in unserem Kopf, von denen es viele
gibt oder geben kann. Richtig und wertvoll ist, dass das Buch klipp und
klar feststellt: Halluzinationen sind keine "Einbildungen", sondern werden
von der ProduzentIn wie echte Wahrnehmungen erlebt. Eine Halluzination
ist keine - auch nicht eidetische - Vorstellung,
sondern eine Pseudowahrnehmung, eine Wahrnehmung, wenn man so will, ohne
die üblichen auslösenden Reize (Wahrnehmungsquellen) und damit
in gewisser Weise eine Fehlschaltung des Gehirns.
Die Ergebnisse werden im Resümee (Ausschnitt)
S. 249 ff mitgeteilt. Die Einteilung bei den Arten von Halluzinationen
finde ich nicht überzeugend. Es sind differenziertere Unterteilungen
bekannt als die nach einfachen Trugbildern, Figuren und einfachen Objekten
und komplexen Halluzinationen (S. 250). Man fragt sich, warum hier die
traditionellen Unterscheidungen nach Sinnesgebieten (und ihre Kombinationen)
nicht genannt werden, zumal sie im Text selbst ja auch eine Rolle spielen.
Der letzte
Abschnitt des Resümees erscheint mir, sagen wir schwierig. Einerseits
wird hier dem Vulgärkonstruktivismus
(dass es nicht eine einzige echte Realität gibt) etwas zu viel Vorschub
geleistet, andererseits wird von der Möglichkeit der Verformung dessen,
was wir Realität nennen, gesprochen, so als ob es doch die eine gäbe,
die gelegentlich verformt wird.
Wünschenswert wäre auch gewesen, wenn
im Resümee zu der irrealen Welt in unserem Kopf, auch die anderen
irrealen Quellen - die im Buch ja auch zur Sprache kommen, wie etwa Wahn
(mehrfach erwähnt), Täuschungen (nicht erwähnt im Register),
Illusionen (S. 22) oder Irrtümer (nicht erwähnt im Register)
- erörtert worden wären.
Links (Auswahl: beachte)
> Informationen über Bücher,
Bibliotheken, bibliographische Quellen.
Literatur (Auswahl)
Peters, Scharfetter in Lexika,
Wörterbücher und Glossare zur Psychologie, Psychotherapie, Psychopathologie,
Neuro-, Geistes- und Grenzwissenschaften und verwandte Gebiete.
Anmerkungen und Endnoten
___
Bewertung. Bewertungen
sind immer subjektiv, daher sind wir in unseren Buchpräsentationen
bemüht, möglichst viel durch die AutorInnen selbst sagen zu lassen.
Die Kombination Inhaltsverzeichnis und Zusammenfassungen sollte jede kundige
oder auch interessierte LeserIn in die Lage versetzen selbst festzustellen,
ob sie dieses oder jenes genauer wissen will. Die BuchpräsentatorIn
steht gewöhnlich in keiner Geschäftsbeziehung zu Verlag oder
den AutorInnen; falls doch wird dies ausdrücklich vermerkt. Die IP-GIPT
ist nicht kommerziell ausgerichtet, verlangt und erhält für Buchpräsentationen
auch kein Honorar. Meist dürften aber die BuchpräsentatorInnen
ein kostenfreies sog. Rezensionsexemplar erhalten. Die IP-GIPT gewinnt
durch gute Buchpräsentationen an inhaltlicher Bedeutung und Aufmerksamkeit
und für die PräsentatorInnen sind solche Präsentationen
auch eine Art Fortbildung - so gesehen haben natürlich alle etwas
davon, am meisten, wie wir hoffen InteressentInnen und LeserInnen.
Beispiele für Bewertungen: [1,2,3,]
___
Anm. Vorgesehene.
Wir
präsentieren auch Bücher aus eigenem Bestand, weil wir sie selbst
erworben haben oder Verlage sie aus verschiedenen Gründen nicht (mehr)
zur Verfügung stellen wollen oder können.
___
Änderungen Kleinere
Änderungen werden nicht extra ausgewiesen; wird gelegentlich überarbeitet
und ergänzt.
tt.mm.jj
Querverweise
Standort Die irreale Welt in unserem Kopf.
*
Buch-Präsentationen, Literaturhinweise
und Literaturlisten in der IP-GIPT. Überblick und Dokumentation.
*
*
Information für Dienstleistungs-Interessierte.
*
Zitierung
Sponsel, Rudolf (DAS). Die
irreale Welt in unserem Kopf._Buchpräsentation.
Internet Publikation für Allgemeine und Integrative Psychotherapie
IP-GIPT. Erlangen: http://www.sgipt.org/lit/reinh/IrreWelt.htm
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