Internet Publikation für Allgemeine und Integrative Psychotherapie
    IP-GIPT DAS=08.09.2003 Internet-Erstausgabe, letzte Änderung 17.4.11.
    Impressum: Dipl.-Psych. Dr. phil. Rudolf Sponsel  Stubenlohstr. 20   D-91052 Erlangen
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    Willkommen in unserer Abteilung Abstrakte Grundbegriffe aus den Wissenschaften (Analogien, Modelle und Metaphern für die allgemeine und integrative Psychologie und Psychotherapie sowie Grundkategorien zur Denk- und Entwicklungspsychologie), hier speziell zum Thema:

    Beweis und beweisen, Beweisarten, Verfahren und Probleme im Alltag

    Blicke über den Zaun zum Auftakt für eine integrative psychologisch-psychotherapeutische Beweislehre
    aus allgemein integrativer psychologisch-psychotherapeutischer und einheitswissenschaftlicher Sicht

    Einführung, Überblick, Verteilerseite Beweis und beweisen

    von Rudolf Sponsel, Erlangen

    Hinweis: Wenn nicht ersichtlich werden (Externe Links) in runden und [interne IP-GIPT Links] in eckige Klammern gesetzt, direkte Links im Text auf derselben Seite sind direkt gekennzeichnet. In dieser Übersichtsarbeit wird das Thema im Überblick gesamtheitlich aus einheitswissenschaftlicher Perspektive dargestellt. Im Laufe der Zeit folgen weitere Ausarbeitungen.



    Inhaltsübersicht
    • Einstieg Beweis und beweisen im Alltag.
    • Beispiele Beweis und beweisen im Alltag.
    • Die schwachen, aber praktisch ausreichenden Beweisverfahren im Alltag.
    • Alltägliche Fragen mit unterschiedlicher Beweisschwierigkeit.
    • Beweis-Routinen im Alltag.
      • Der Wahrnehmungsbeweis - Die Sinnesprüfung.
      • Beweisen durch Herstellen und Tun.
      • Beweisen durch Funktionsprüfung.
      • Beweisen durch Erschließen / Schlussfolgern.
      • Sonderformen des Alltags"beweises".
        • Berufung auf Autoritäten.
        • Berufung auf Allgemeinwissen.
    • Praktische Alltags-Regeln und ihre Tücken.




    Einstieg Beweis und beweisen im Alltag
    Das Einfachste ist oft das Schwierigste - aber oft auch nicht.

    Der Alltag wird beim Beweisthema mit wenigen Ausnahmen gewöhnlich mißachtet. Das ist schade, weil ja jeder Mensch Alltagserfahrung hat, mit Alltag vertraut ist und von daher ein ganz natürliches, intuitives Verständnis zum Thema Beweis und beweisen im Alltag erwirbt, auch wenn er das nicht so geschwollen und abgehoben wie die Philosophen auszudrücken vermag. Die vielen Argumente, die man gegen die Alltagsbeweisverfahren vorbringen kann und vor allem von philosophischer Seite, aber auch von den Wissenschaften vorgebracht wurden, haben leider dazu geführt, daß man die Beweisverfahren im Alltag fast völlig aus den Augen verlor. Dabei wendet sie fast jeder Mensch ununterbrochen an. Alltags-Beweisverfahren haben einen kaum zu überschätzenden praktischen (pragmatischen) Wert und alltäglich werden diese Beweisverfahren milliardenfach weltweit erfolgreich angewendet. Nur Philosophie und Wissenschaft bekommen das anscheinend nicht so recht mit. Der Verweis auf 'das ist doch trivial' ist bei der Erforschung der allgemeine Beweisverfahren wenig hilfreich und die Erforschung der sog. 'Trivialitäten' erscheint vielmehr sehr aufschlußreich.

    Beispiele Beweis und beweisen im Alltag

    Zum Einstieg wählen wir einen Alltagsbeweis aus Kohlrausch: "Nun, ganz zweifellos; daß die Augen zum Sehen, die Ohren zum Hören notwendig sind, das weiß jeder; andernfalls könnte man es ihm durch Zuhalten dieser Organe leicht eindeutig beweisen.":
     
    Aus: Kohlrausch, Arnt (1934). Körperliche und psychische Lebenserscheinungen. Stuttgart: Kohlhammer, S. 19.
    Wie man bei solchen Alltagsbeweisen den Haarspaltereien und Verdrehungen der Rhetoriker-, Sophist- und RabulistInnen entgehen kann, wird in einem eigenen Abschnitt erörtert.


    Die schwachen, aber praktisch ausreichenden Beweisverfahren im Alltag

    Natürlich werden im Alltag Beweisverfahren angewandt, die weder wissenschaftlich noch juristisch unbedingt Bestand hätten, wenn auch der Zeugenbeweis und die in Augenscheinnahme (Beweis durch Wahrnehmung) eine große Nähe zum Alltag haben. Aber das muß auch gar nicht sein. Der Alltag könnte überhaupt nicht funktionieren, wenn alles und jedes mit wissenschaftlicher Gründlichkeit überprüft würde und wahrscheinlich käme man über das Wecker abstellen am Morgen gar nicht hinaus. Bin ich wach? Wirklich? Lebe ich noch? Bilde ich mir das nicht nur ein? Habe ich den Wecker wirklich gehört? War das meiner? Nicht der des Nachbarn? Nicht der Geheimdienst, keine Psychose?
        Dies bringt uns sofort zu der Idee: Im Leben werden unterschiedlich starke oder gründliche Beweisverfahren verlangt. Und das ist nicht nur in Ordnung, sondern notwendig. Praktischer Alltag funktioniert nur mit schwachen Beweisverfahren.
        Ich kann z.B. in der Psychotherapie nicht jede Aussage in Frage stellen und mit allen zur Verfügung stehenden wissenschaftlichen Mitteln überprüfen. Dies würde die Arbeitsbeziehung, das Vertrauen und den Erfolg jeder Therapie zerstören, was nicht heißen muß, daß man jedes Wort für bare Münze nimmt. D.h. [glauben] im Sinne von für wahr halten spielt im Alltag wie auch im normalen Arbeitsleben eine große Rolle. Die PatientIn glaubt, daß die TherapeutIn noch lebt und sie erwartet, sonst würde sie sich nicht auf den Weg machen. Sie glaubt, daß der Bus wie immer dorthin fährt, wo sie aussteigen möchte, sonst würde sie fragen oder ihn nicht benutzen. Sie benutzt die Klingel, weil sie glaubt, daß sie funktioniert usw. All dieser Glauben wird nachträglich in Wissen verwandelt durch die bestätigenden Ereignisse: der Bus fährt dorthin wie erwartet; die Klingel funktioniert und die Tür wird aufgemacht; die TherapeutIn ist da und lebt noch.



    Alltägliche Fragen mit unterschiedlicher Beweisschwierigkeit

        1) Ist die Tür zu? 2) Regnet es? 3) Ist noch Kaffee da? 4) [Liebt mich X.?] 5) Ist es gut, diese Arbeit anzunehmen? 6) Hat der Laden noch auf? 7) Kocht das Wasser? 8) Ist die Wäsche fertig? 9) Ist genug Benzin im Tank? 10) Stimmt der Reifendruck? 11) Hat X. das Fenster zugemacht? 12) War X. am TT.MM.JJJJ zwischen hh.mm und hh.mm Uhr im Zug von Nürnberg nach München gesessen? 13) X. sagt, er gehe in der Keller. 14) War die Müllabfuhr da? 15) Hat X. Käse und Milch mitgebracht? 16) Wurde Staub gewischt? 17) Funktioniert der Link? 18) Stimmt die Adresse? 19) Paßt der Schlüssel? 20) Paßt die Kleidergröße? 21) Steht mir die Frisur?

        Diskussion: 7) Beispiel Wasser kocht: X. hat Kaffeewasser aufgesetzt. Das Pfeifen des Kessels beweist, daß das Wasser kocht.
    Sophist zu Beispiel 7): Woher weiß X., daß es nicht ein Tonband ist, das pfeift, weil sich Freunde einen Scherz erlauben wollen? Vielleicht halluziniert X.? Vielleicht wünscht sich X. nur sehr intensiv, daß es gepfiffen haben möge und es hat noch gar nicht gepfiffen. X. war in Gedanken und es hat woanders gepfiffen, was er aber nicht bemerkte und stattdessen meinte, es sei sein Wasserkessel, der gepfiffen habe, dabei war es der des Nachbarn.

    Diskussion: 11) Fenster zugemacht: X. zu Y.: "Hast Du das Fenster zugemacht?" Y.: "Jaaa." Das "Jaaa" klingt nervig, so daß X. zweifelt, ob es richtig ist, was Y. sagt und Y. ihn nicht nur "ruhig stellen" und "abspeisen" will.  X. verspürt daher den Impuls, zu prüfen, ob das Fenster wirklich zu ist. Er begibt sich an den entsprechenden Ort und stellt durch einen Blick fest, daß das Fenster tatsächlich zu ist. Beweis durch in Augenscheinnahme, X. überzeugt sich, er macht sich zum Zeugen.

    Beweis-Routinen im Alltag
    Aus den Beispielen 11) und 13) kann man ein Alltags-Beweisschema entwickeln, das wir Beweis durch Handlung, nennen könnten. Verallgemeinert: Beweis durch Ereignen. Betrachten wir die Beispiele 6-9), könnte man Beweis durch Prüfen eines Kriteriums einführen: Ist der Kaffee schon gezuckert? Das Prüfkriterium besteht im Kosten oder Abschmecken. Kommt es zu einem positiven Ergebnis, ist bewiesen: der Kaffee ist gezuckert. Eine Fähigkeit wird bewiesen, indem man sie zeigt, ausführt, unter Beweis stellt, wie man auch trefflich sagt.

    Der Wahrnehmungsbeweis - Die Sinnesprüfung.
    Beweisen durch in Augenschein nehmen (> Augenscheinbeweis). Beweis durch Beobachtung (> Zeugenbeweis).
    Beispiele für Beweis durch Sinnesprüfungen: Die Frage Strömt Gas aus? wird gewöhnlich durch einen alltäglichen Riechtest geprüft, mitunter genauer, indem man seine Nase in die Nähe der mutmaßlichen Entströmungs-Quelle bringt.

    Beweisen durch Herstellen und Tun.
    Ob man etwas kann, beweist man durch Tun (Beweis durch Prüfung).

    Beweisen durch Funktionsprüfung
    Es geht (nicht); es geht so oder so (nicht); Es geht (nicht) unter diesen oder jenen Bedingungen.

    Beweisen durch Erschließen / Schlussfolgern.
    Ob man etwas kann, kann man auch durch Zeugnisse, Beschenigungen, Urkunden belegen (> Urkundenbeweis), die, wie wir alle wissen, aber auch gefälscht oder unzuverlässig sein können. Ein Zeugnis oder eine Urkunde kann z.B. auch euphemistisch aufgebläht oder gekauft sein.

    Sonderformen des Alltags"beweises":

    Berufung auf Autoritäten.
    Obwohl der Beweis durch Berufung auf Autoritäten im Alltagsleben, aber auch in der Bildungswelt und Wissenschaft, eine enorme und kaum zu überschätzende Rolle spielt, scheint er mit wenigen Ausnahmen (Bochenski, Salmon) nur wenig Interesse bei den Beweis- und Wissenschaftsheoretikern zu finden.

      Wendungen: Wie Einstein schon zeigte .... Die Logik lehrt .... Im Brockhaus steht ... Wikipedia schreibt ... Wie die Zeitung .... In der Bibel steht ... Das Grundgesetz fordert ...


    Berufung auf Allgemeinwissen.
    Wendungen: Das weiß man doch. Das weiß doch jeder (Depp). Im Brockhaus steht ... Wikipedia schreibt ...



    Literatur Beweisen im Alltag
    • Bochenski, Joseph M. (1988). Autorität. In (9-106): Bochenski, Joseph M. (1988). Autorität, Freiheit, Glaube. Sozialphilosophische Studien. München: Philosophia.
    • Salmon, Wesley C. (dt. 1983, engl. 1973). Das Argument auf der Autorität. In (184-191): Logik. Stuttgart: Reclam.
    • Waismann, Friedrich (1976). Logik, Sprache, Philosophie. Stuttgart: Reclam. [Darin: Die Hypothese im täglichen Leben S. 616-619 ; Die Verifikation im täglichen Leben S. 619-624 und Lassen die Aussagen des täglichen Lebens eine endgültige Verifikation zu? S. 624-627. ]




    Glossar, Anmerkungen, Endnoten:
    GIPT= General and Integrative Psychotherapy, internationale Bezeichnung für Allgemeine und Integrative Psychotherapie.
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    einheitswissenschaftliche Sicht. Ich vertrete die ursprüngliche einheitswissenschaftliche Idee des Wiener Kreises, auch wenn sein Projekt als vorläufig gescheitert angesehen wird und ich mich selbst nicht als 'Jünger' betrachte. Ich meine dennoch und diesbezüglich im Einklang mit dem Wiener Kreis, daß es letztlich und im Grunde nur eine Wissenschaftlichkeit gibt, gleichgültig, welcher spezifischen Fachwissenschaft man angehört. Wissenschaftliches Arbeiten folgt einer einheitlichen und für alle Wissenschaften typischen Struktur, angelehnt an die allgemeine formale Beweisstruktur.
        Schulte, Joachim & McGuinness, Brian (1992, Hrsg.). Einheitswissenschaft - Das positive Paradigma des Logischen Empirismus. Frankfurt aM: Suhrkamp.
     
    Wissenschaft [IL] schafft Wissen und dieses hat sie zu beweisen, damit es ein wissenschaftliches Wissen ist, wozu ich aber auch den Alltag und alle Lebensvorgänge rechne. Wissenschaft in diesem Sinne ist nichts Abgehobenes, Fernes, Unverständliches. Wirkliches Wissen sollte einem Laien vermittelbar sein (PUK - "Putzfrauenkriterium"). Siehe hierzu bitte das Hilbertsche gemeinverständliche Rasiermesser 1900, zu dem auch gut die Einstein zugeschriebene Sentenz passt: "Die meisten Grundideen der Wissenschaft sind an sich einfach und lassen sich in der Regel in einer für jedermann verständlichen Sprache wiedergegeben." 
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    mit wenigen Ausnahmen.
    Waismann, Friedrich (1976). Logik, Sprache, Philosophie. Stuttgart: Reclam. Darin: Die Hypothese im täglichen Leben S. 616-619 ; Die Verifikation im täglichen Leben S. 619-624 und Lassen die Aussagen des täglichen Lebens eine endgültige Verifikation zu? S. 624-627. Aber die Arbeiten Waismanns werden - wie die der meisten PhilosophInnen hierzu - dem Thema hinten und vorne nicht gerecht. Er ist nicht in der Lage zu erklären und vermutlich auch gar nicht motiviert, wieso der Alltagsbeweis jeden Tag milliardenfach funktioniert. Stattdessen beschäftigt er sich, wie so viele PhilosophInnen, mit Möglichkeiten, die ebenso alltäglich sich milliardenfach nicht ereignen. 

    Bildnis von Waismann in den Buchtitel von mir montiert. Bildquelle: [Geier 1992, S. 44]

        Kostproben: "3. Die Verifikation im täglichen Leben. Auch ein Satz wie »Julius Cäsar ging über die Alpen« ist eine Hypothese. Fragt man, wie sie verifiziert wird, so könnte man auf Verschiedenes hinweisen: auf alte Texte, auf Inschriften auf Bauwerken etc. Was aber haben künftige Erfahrungen mit dem Satz zu tun? Daß es z. B. denkbar ist, die Leiche Cäsars noch zu finden, hängt unmittelbar mit dem Sinn des Satzes über Cäsar zusammen. Aber auch, daß es denkbar ist,
    eine Schrift zu finden, aus der hervorgeht, daß so ein Mann nie gelebt hat und seine Existenz zu bestimmten Zwecken erdichtet worden ist.". Was in Gottes Namen hat Cäsar mit unserem ganz normalen Alltag zu tun?
        "Einem Satz der Umgangssprache ist gewöhnlich die Art seiner Verifikation nicht anzusehen. Und das gilt nicht nur für Sätze wie den eben angeführten über Cäsar. Fast jede Aussage des täglichen Lebens gibt ein Beispiel dafür ab. Nehmen wir an, ich sage: »Dort steht ein Sofa.« Was ist hier die Verifikation? Daß einer, der ins Zimmer tritt, den Gesichtseindruck eines Sofas empfängt? Aber dann ist wieder nicht gesagt, wie er sich aufstellen muß (ob bei der Tür oder in der Ecke), wie das Bild aussehen soll usw. Kurz, im Wortlaut des Satzes ist die Art der Verifikation noch nicht enthalten. Dann ist sie aber durch den Satz noch nicht bestimmt, sondern muß eigens festgelegt werden." Nein, das muß sie nicht und wird sie gewöhnlich auch nicht. "D.h., wir müssen eine Bestimmung treffen, daß wir den Satz unter den und den (näher zu beschreibenden) Umständen für verifiziert ansehen." Nein, das müssen wir nicht und das tut auch gewöhnlich niemand. Und weil dies so gut wie nie jemand tut, schlußfolgern wir psychologisch und soziologisch, ist dies in den allermeisten Fällen nicht notwendig. Der Mensch ist in seinem Alltagsleben nicht so blöde, wie manche PhilosophInnen tun. Das scheint Waismann inzwischen auch selbst zu merken, wenn er fortfährt:
    "Aber das Wichtige ist: Wir brauchen keine solche eindeutige Bestimmung zu treffen und treffen sie auch in vielen Fällen nicht. Wir wissen nicht genau, was wir noch als Verifikation zulassen, und werden, selbst < 619 wenn uns verschiedene Möglichkeiten angeboten werden, nicht endgültig zwischen ihnen wählen können. Wir werden unschlüssig sein, wie in dem Beispiel von »Moses«, [FN] Wenn ich sage: »Ich habe heute dieses Buch in den Schrank geräumt« - können wir auf Verlangen eine genaue Liste aller Fehlerquellen aufstellen, die uns getäuscht haben können? Wohl kaum! Das heißt aber: Wir wissen von vornherein noch nicht, wann wir den Satz zurücknehmen würden; wir haben keine Bestimmungen getroffen." Und wie es scheint, funktioniert der Alltag trotzdem oder vielleicht sogar erst recht?
    "Mit dem Zurücknehmen eines Satzes hat es übrigens eine eigentümliche Bewandtnis. Gesetzt, man fragt mich: »Geht dort ein Mann?« Ich schaue hin und sage: »Ja, dort geht ein Manu.« Unter welchen Umständen würde ich eigentlich einen solchen Satz zurücknehmen? Das würde außerordentlich schwer sein. Wenn man mir z. B. vorhalten würde:  »Aber dort war ja kein Mann, niemand hat ihn gesehen« - würde ich da sagen: »Ach so, da habe ich mich geirrt«? Keine Rede! Ich würde sagen: »Was ? Ich habe ihn doch leibhaftig gesehen! Ich lasse mir das nicht ausreden! Die anderen müssen sich getäuscht haben.« Ich würde mit allergrößter Hartnäckigkeit auf meiner Aussage beharren, und ich wüßte gar nicht, unter was für Umständen man mich davon abbringen könnte.
    Unsere Erörterung berührt hier das Problem des [Glaubens]. Seit Hume haben sich viele Logiker mit der Induktion befaßt und mit der Frage, ob sie logisch zu rechtfertigen ist, ob wir nur glauben oder ob wir Grund haben zu glauben. Die Untersuchung der Frage aber »Was ist Glaube?, wurde gewöhnlich beiseite gelassen. ..."
        Friedrich Waismann (1896-1959) im Netz (Auswahl):
    Sprachspiele und Vagheit der Sprache: http://www.mauthner-gesellschaft.de/mauthner/tex/wais.html
    Über den Begriff der Identität: http://www.mauthner-gesellschaft.de/mauthner/tex/wais2.html
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    Stichworte zur künftigen Behandlung
    Vergewisserung, z.B. einer Wahrnehmung (andere fragen);


    Querverweise
    Standort: Beweis und beweisen im alltäglichen Leben.
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      Einführung, Überblick, Verteilerseite Beweis und beweisen
      Wissenschaft in der IP-GIPT
      Überblick: Abstrakte Grundbegriffe aus den Wissenschaften
      Wissenschaft in der IP-GIPT. *Welten*Definieren*Wahrheit* "ist" *
      Überblick: Abstrakte Grundbegriffe aus den Wissenschaften
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    z.B. Beweis beweisen site:www.sgipt.org * Logik site:www.sgipt.org
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    Zitierung
    Sponsel, Rudolf  (DAS). Beweis und beweisen, Beweisarten, Verfahren und Probleme im Alltag. Blicke über den Zaun zum Auftakt für eine integrative psychologisch-psychotherapeutische Beweislehre Abteilung Abstrakte Grundbegriffe aus den Wissenschaften: Analogien, Modelle und Metaphern für die allgemeine und integrative Psychologie und Psychotherapie sowie Grundkategorien zur Denk- und Entwicklungspsychologie. Internet Publikation - General and Integrative Psychotherapy   IP-GIPT. Erlangen: http://www.sgipt.org/wisms/gb/beweis/b_allt.htm
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    Änderungen - Wird gelegentlich vervollständigt, ergänzt überarbeitet - Anregungen und Kritik erwünscht
    16.04.11    Literatur, Beweisen durch Berufung auf Autoritäten, ... auf Allgemeinwissen.
    21.04.09    Spezifizierungsklassen Beweisroutinen im Alltag.